Werte der Demokratie im Eichsfeldforum diskutiert

Veröffentlicht in Demokratie, Deutsche Einheit, Gesellschaft, Grundwerte, Mauerfall, Politik, Thüringen, Zeitung mit Tags , , , , , , am 28. Februar 2009 von luckysultan

“Wie viel ist uns Demokratie heute noch wert?” war die thematische Frage des Abends im Marcel-Callo-Haus in Heiligenstadt beim jüngsten Eichsfeldforum. Kurzfristig war ich gebeten worden, dort im Podium mitzudiskutieren. Und wir hatten eine lebhafte Diskussionsrunde bei gutem Publikumsbesuch. Wir: der Geschichtslehrer Rudolf Haase von der Bergschule St. Elisabeth aus Heiligenstadt, Thomas Heinemann von der Thüringer Landeszentrale  für Stasiunterlagen aus Erfurt und ich in meiner Funktion als verantwortlicher Zeitungsredakteur.

Rudolf Haase steuerte vor allem Grundsätzliches und Historisches zur Demokratie und deren Werten bei. Thomas Heinemann zeigte an DDR-Schicksalen – deren Akten  in seiner Behörde ausgewertet werden und die Opfer, die er betreut – auf, wo und wie Menschenrechte und Grundwerte der Demokratie zu DDR-Zeiten verletzt wurden. Das waren Schilderungen, bei denen nicht nur ich eine Gänsehaut bekam.

Ich selbst habe dann aus meiner West-Vergangenheit und Jugend berichtet, wie ich Demokratie erlebt habe und auch politisch mitgestalten durfte. Und ich habe deutlich gemacht, wie wichtig dazu das Gespräch, eine gute Streitkultur, die Bereitschaft zur Verantwortung etc. sind. Ich habe auch deutlich gemacht, warum man und ich nicht wegsehen kann, wenn Rechte und Gesetze verletzt werden. Und ich habe auch meine Sorgen darüber zum Ausdruck gebracht, dass manchen Leute im Lande die Werte der Demokratie ziemlich egal scheinen, weil sie von Arbeitslosigkeit, Problemen, Armut etc. betroffen sind. Der sich so anstauende Frust ist oft ein übler Nährboden für extremistische Parolen von Rechts wie von Links. Die zu pflegenden Werte der Demokratie können dann im Bewusstsein dieser Menschen schnell an Bedeutung verlieren. Beispiele, die ich und andere konkret erlebt haben, gibt es bereits viele. Wer durch Arbeitslosigkeit und Armut nicht mehr am normalen gesellschaftlichen Leben teilhaben kann, so an den Rand gedrängt wird, verliert möglicherweise irgendwann auch den Glauben an die demokratische Grundordnung. Es gab dazu reichlich Gesprächsstoff beim Eichsfeldforum.

So ist das – ich bin ein “lebender Beweis”

Veröffentlicht in Deutsche Einheit, Ehe, Familie, Gesellschaft, Mauerfall, Medien, Politik, Thüringen mit Tags , , , , , am 13. Januar 2009 von luckysultan

Nach Auffassung von Bundesminister Wolfgang Tiefensee bin ich ein “lebender Beweis”. Genau genommen bin ich das zusammen mit meiner Frau – ein so genanntes “Ost-West-Paar”. Was das den Minister Tiefensee angeht? Nun er ist ja auch der Ost-Beauftragte der Bundesregierung. Am vergangenen Freitag hat er in eben dieser Funktion 100 Ost-West-Paare nach Berlin eingeladen und mit ihnen diskutiert.  Und fotografieren lassen vor dem Brandenburger Tor. Ich war mit meiner Frau nicht eingeladen. Er hat es wohl nicht gewusst, dass wir auch ein Ost-West-Paar sind. Und damit ein “lebender Beweis” der deutschen Einheit. Aber das ist nur der Anfang…

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… für eine ganz Reihe von Treffen und Veranstaltungen in diesem Jahr zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Da ist es bis zum 9. November noch etwas Zeit. Tiefensee hat zum öffentlichen Dialog eingeladen, eigens eine Internetseite einrichten lassen, wo dann jeder, der möchte, seine ganz persönlichen Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse rund um den Mauerfall schildern kann. Aber auch, wie man den Stand der deutschen Einheit heute beurteilt und was vor allem noch getan werden müsste, damit diese Einheit auch wirklich den Namen verdient. Einige Leute haben dort schon geschrieben, quasi gebloggt. Was sie mit dem 9. November, dem Tag der Maueröffnung, verbinden. Meinen ersten Beitrag habe ich dort auch schon abgelegt.

Die ganze Mauerfall-Bloggerei wird übrigens wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Das ist ein Projekt des Innovationsverbundes Ostdeutschlandforschung,  der am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin angesiedelt ist. Wen die Einzelheiten interessieren, kann sich die Internetseite ja anschauen und mitmachen. Bis Anfang Februar darf man dort seine Meinung zumAusdruck bringen. Mal schauen, was dabei herauskommt.

“Lebender Beweis” bin und bleibe ich jedenfalls mit meiner Frau als “Ost-West-Paar” der deutschen Einheit. Auch wenn ich zum Treffen in Berlin nicht eingeladen war – geschenkt. Meine Meinung zu den Fragen hinterlasse ich trotzdem und ausführlich und werde auch hier dazu korrespondierend einiges posten. Und da ja, wie wir allen wissen, nicht alles “Friede – Freude – Eierkuchen” ist, kann es auch richtig kontrovers zur Sache gehen. Streitkultur in der Demokratie. Ob die Diskussion wohl unter den so genannten “Ost-West-Paaren” auch gelegentlich Streit auslöst, würde mich ehrlich interessieren. Nicht, dass ich das mir und anderen wünsche, aber es liegt ganz einfach in der Natur der innerdeutschen Einheits-Sache. Denke-Ost ist in Teilen anders als Denke-West, weil verschieden gewachsen und in den Köpfen verankert. Mal darüber nachdenken und sich bitte äußern…


Helene Fischer ist top in den Charts

Veröffentlicht in Blondinen, Charts, Frauen, Helene Fischer, MDR, Musikszene, Schlager, Thüringen, Unterhaltung, Volksmusik mit Tags , , , , , , , , , am 4. Januar 2009 von luckysultan

Die Sängerin Helene Fischer ist aus Thüringer Sicht die überragende Interpretin der deutschen Schlagerszene. Nach einer Punktwertung aus den wöchentlichen Hitparaden des MDR in Thüringen, bei der jeder Titel nach seiner jeweiligen Wochenplatzierung Punkte bekommt, holte Helene Fischer zum Abschluss des Jahres 2008 in der 50 Plätze umfassenden deutschsprachigen Hitliste sage und schreibe vier Spitzenplätze unter den erfolgreichsten fünf und stellte damit die übrige Konkurrenz weit in den Schatten.

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Darüber  werden sich  Fans von Helene Fischer (Bild/ Foto: tlz/Marcus Scheidel)  in Thüringen freuen, denn die vielseitige Künstlerin gastiert im Rahmen ihrer Solotour im Frühjahr 2009 gleich in vier Thüringer Städten: Gera (15. Januar), Erfurt (24. Januar), Nordhausen (21. Februar) und Suhl (28. März). In der TLZ habe ich dazu unter der Schlagzeile “Helene Fischer überragt jetzt alle” in der Ausgabe vom 2. Januar berichtet, außerdem in meinem Backstage-Blog auf der TLZ-Homepage.

In der TLZ war dann auch nachzulesen: Unangefochten belegt Helene Fischer die Plätze 1 bis 3 sowie 5 unter den Top 50 des MDR in Thüringen: Du hast mein Herz berührt, Ich glaube Dir hundert Lügen, Lass mich in Dein Leben und Mal ganz ehrlich. Unter die ersten fünf Interpreten konnte sich nur noch die junge Nachwuchssängerin Jennifer mit Denn nur mit Dir ist es Liebe drängeln. Viermal unter den besten 50 Titeln ist bei den Männern Michael Heck. Jeweils drei Platzierungen schafften Nik P. und Olaf Berger, aber auch die Thüringer Country-Queen Linda Feller. Liebe ist wie ein Haus, Mit mir machst Du keinen Fehler und Was uns einmal wichtig war sind die Titel, mit denen Linda Feller sich in den Hitparaden erfolgreich lange platzieren konnte.

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Helene Fischer (Im Bild mit mir im Interview) jedenfalls, erst vor anderthalb Jahren als Aufsteigerin des Jahres und in diesem Jahr in der Kategorie Musik mit der Goldenen Henne ausgezeichnet, darf sich über den kometenhaften Karrieresprung in den letzten drei Jahren freuen. Sie, die auch eine solide Musicalausbildung abgeschlossen und sich zudem schon als Moderatorin versucht hat, ist auch in der Volksmusikszene als Künstlerin gefragt. Und das nicht nur wegen ihrer privaten Verbindung zu Florian Silbereisen zusammen gelten sie dort als Traumpaar. Helene Fischer ist momentan die dominante Interpretin der Schlagerszene, füllt Theater und Konzerthallen auch bei ihrer Solotour.

Prosit Neujahr 2009 – A happy new year!

Veröffentlicht in Gesellschaft mit Tags , , , , am 31. Dezember 2008 von luckysultan

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Allen Freunden, Gästen und Usern wünsche ich auf diesem Wege

Ein gutes neues friedliches und erfolgreiches Jahr,

Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!

Weihnachtsbaumschlagen auf Schneeschuhen

Veröffentlicht in Rennsteig, Thüringen mit Tags , , , , , , am 16. Dezember 2008 von luckysultan

White Christmas rund um  Oberhof:  Thüringens Wintersport-Hochburg  liegt bereits jetzt, zehn Tage vor Weihnachten, reichlich in Schnee eingebettet.  Für  das so genannte “Weihnachtsbaumschlagen”  ein Witterungs-Rahmen, der zum nahenden Fest eigentlich gut passt. Aber dass man dann sogar in Schneeschuhe schlüpfen muss, um sich durch den tiefen Schnee zu kämpfen, hatte ich nicht erwartet…

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In unmittelbarer Nanchbarschaft dieser rustikalen  Ausflugsgaststätte, dem Forsthaus Sattelbach bei Oberhof im Thüringer Wald, habe ich jetzt unseren Weihnachtsbaum “geschlagen”. Natürlich auf Einladung und mit Unterstützung des Forstes. In Schneeschuhen, die mir zur Verfügung gestellt wurden, durfte ich mich in den Wald “vorarbeiten”. Anstrengend, aber es hat einen Riesenspaß gemacht. Hinterher gab es im Forsthaus ein leckeres Weihnachtsessen, so richtig mit Wild, Gans, Thüringer Klößen, Rotkohl etc..

Vorweg gab es zur Begrüßung heißen Glühwein, dampfenden Kaffee oder Tee, je nach Laune. Und während des Essen in der urgemütlichen Ausflugsgaststätte mit Hüttenatmosphäre konnte man sogar das Wild bei der Wildfütterung beobachten. Mehr habe ich dazu in meinem Backstage-Blog auf der TLZ-Zeitungs-Homepage geschrieben…


Weihnachtskonzert mit Andrea Berg, Christina Rommel, Ute Freudenberg oder singen wir selber

Veröffentlicht in Familie, Frauen, Gesellschaft, Musikstadt, Musikszene mit Tags , , , , , , , am 14. Dezember 2008 von luckysultan

Singen wir beim Weihnachtsfest in Familie oder mit Freunden selbst oder legen wir eine Platte auf? Das ist die Frage aller Fragen,  wenn man  einfach   Cliff Richards uralten Erfolgssong bemüht. Es gibt ja reichlich Auswahl an weihnachtlichen Alben unserer Publikumslieblinge. Irgendwann meinen die meisten der Stars, sie müssten ein Weihnachtsalbum machen, um unterm Christbaum bei ihren Fans zum Fest “Asyl” zu finden, zumindest akustisch.  Wie bringen wir aber zum Fest die richtige Stimmung musikalisch ins Wohnzimmer? Wer singt uns – via CD – was vor (und lullt uns ein)? Oder singen wir noch selber und machen vielleicht sogar Hausmusik? An Weihnachten eine nicht unerhebliche Frage, zumal auch  dann – wie sonst kaum – Musikalisches verschenkt wird – Alben, aber auch Musikinstrumente…

Andrea Berg

Ich gestehe, dass ich  es gewohnt bin, dass (nicht nur) zum Fest in meiner Familie nicht “nur” die eine oder andere Weihnachtsplatte aufgelegt sondern auch selbst gesungen oder Musik gemacht wird. Weihnachten ohne eigene Lieder zur Gitarre – undenkbar! Vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind in einem berühmten Kinderchor gesungen habe und auch heute noch sehr gut bei Stimme bin. Was regelmäßig dazu führt, dass sich einige Leute im Weihnachtsgottesdienst zu mir umdrehen – vielleicht singe ich zu dominant  oder sollte bei manchen Lieder einfach die “zweite Stimme” weglassen (die habe ich nämlich in grauer Vorzeit im Kinderchor gesungen; die Weihnachtskonzerte damals waren übrigens (8 bis 12 an der Zahl) in der großen Konzerthalle meiner Heimatstadt durchweg ausverkauft. Davon träumen heute die Chöre, auch mein berühmter Kinderchor. Und im Radio erkenne ich ihn in der Weihnachtszeit immer sofort – unter den vielen Gesangsdarbietungen rund um das Fest.

Ich hätte aber am Weihnachtsabend überhaupt kein Problem damit, das neue Album von Andrea Berg aufzulegen: “Dezembernacht”. Oder die “Prinzen” mit ihrer “Festplatte”, Ute Freudenberg (die beliebteste Sängerin Ostdeutschlands und Jugendliebe-Interpretin) mit ihrem Album “Im Namen der Liebe” oder halt jenes der Erfurter Sängerin Christina Rommel : “Nachtlicht”. Dieses Album kommt offiziell erst im nächsten Herbst auf den Markt, aber es gibt bereits für Freunde und Werbepartner eine Vorab-Version. Die habe ich – und sie ist richtig gut. Nun ist ja Andrea Berg (Bild ganz vorn) momentan sicher noch die erfolgreichste deutsche Sängerin, ein bisschen Kult und deshalb sehr präsent in vielen Haushalten. Andreas Album “DezemberNacht” ist wirklich gelungen. Neben einigen deutschen Weihnachtsliedern sind vor allem eigene weihnachtlich anmutende Titel dabei zu hören.  Aber auch die Geschichte  “In dieser Nacht war ein Engel da”, erzählt von Lena Maria, der Tochter von von Andrea Berg. Gut gemacht! ich kann das Album empfehlen, habe es auch in meinem Zeitungsportal besprochen.

Und wieder kommen wir um die “Schlüsselfrage” nicht herum: Singen wir nun selber oder lassen wir uns via CD bedienen? Meine Meinung: Sowohl als auch! Ich kenne ja viele prominente Künstler/Innen persönlich – und mag selbstverständlich deren Darbietungen. Dabei darf die Spannbreite des Musikgenre recht groß sein.  Für mich ist entscheidend, ob ich durch die weihnachtlichen Popsongs, Schlager oder rockigen Titel wirklich in “Weihnachtsstimmung” komme.  In vielen Fällen klappt das.  Weihnachten muss nicht nur traditionell eingeläutet werden, es darf auch in Pop, Rock oder Schlager passieren. Hauptsache gut  gemacht. Und ganz persönlich finde ich es gut, wenn mich solche Alben dazu ermuntern, gelegentlich lauthals oder auch verhalten mitzusingen – bevorzugt tue ich das abends im Auto, wenn ich unterwegs bin…

Tierisch ernst: Narren-Trouble im Advent

Veröffentlicht in Europa, FEN, Fasching, Freizeit, Gesellschaft, Karneval, Narren, Neustadt (Orla), Thüringen mit Tags , , , , , , , am 6. Dezember 2008 von luckysultan

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Wer denkt schon in der Vorweihnachtszeit an Karneval. Streng genommen hat die Narretei momentan Pause. Auch wenn in den närrischen Hochburgen am 11.11. die aktuelle Kampagne eingeläutet wurde. So auch in Thüringen. Und weil ja nichts ernster als der Karneval sein soll, gab es dort auch prompt ein “Narren-Trouble” – ob nun Unglück oder einfach nur unglücklich, ob Panne oder peinlich, ob Brauchtum oder Bruch mit demselben, das wird erst noch zu klären sein. Jedenfalls kam ein sehr erfolgreicher und großer Karnevalsverein in Thüringen seinem Ausschluss aus dem Dachverband zuvor und trat aus – weil er nicht akzeptieren wollte oder konnte, dass  er sich von seiner eigenen Vereinstradition verabschieden sollte. So jedenfalls nach der gültigen Satzung und entsprechenden Beschlüssen des Bundes Deutscher Karneval…

Zur Story: Es geht um die traditionsreiche  Karnevalsgesellschaft Duhlendorf in Neustadt (Orla) in Ostthüringen. Der Verein feiert aktuell sein 55-jähriges Bestehen, also ein richtig großes närrisches Jubiläum 5 x 11 Jahre. Aber zur regionalen Vereinstradition gehört bei den Duhlendorfern eben auch, dass der große und mit vielen Mitgliedern, Garden und Büttenrednern recht aktive Verein seit nunmehr 37 Jahren nach Aschermittwoch noch so genannte närrische Galas durchführt. Dies ist eigentlich eine typische “Ost-Tradition”.  Sie soll entstanden sein, weil die Gesellschaft vor vielen Jahren nicht mit den Frauentagsfeiern kollidieren wollte. Und deshalb werden seit nunmehr 37 Jahren alljährlich Karnevalssitzungen unmittelbar an den Wochenenden nach Aschermittwoch durchgeführt. Natürlich hat der Verein in der Vergangenheit davon profitiert, denn zu den Sitzungen reisten schon zu DDR-Zeiten Unterhaltungs-Hungrige und Närrisch-Orientierte weit über Neustadt (Orla) an. Seis drum: Für die Duhlendorfer ist das ohne Frage eine Tradition, Brauchtum des Vereins und der Region.

Aber das kollidiert eben mit entsprechenden Beschlüssen, der Satzung und der so genannten Ethik-Charta des BDK, des großen Dachverbandes der Karnevalsvereine in Deutschland.   Weil möglicherweise ein Ausschluss gedroht hätte, traten jedenfalls die Duhlendorfer aus dem zuständigen Landesverband Thüringer Karnevalsvereine (LTK) aus. Und sorgten so für Schlagzeilen. Und schlossen sich einem anderen närrischen Verband an, der Föderation Europäischer Narren (FEN). Denn während der Bund Deutscher Karneval (BDK) eine strikte zeitliche Grenze für die Narren markiert (”am Aschermittwoch ist alles vorbei”), lässt die FEN-Satzung – obwohl gleichermaßen Brauchtumspflege – eben eine solche regionale Besonderheit zu.

Und schon ist der Trouble unter den eingefleischten Jecken da. Und es wird gleich wieder ein Streit zwischen der FEN und dem BDK gesehen, was eigentlich nach den jeweiligen Satzungen und Verbandsbeschlüssen nicht sein müsste. Warum? Der BDK hat sich  zeitlich klar positioniert und festgelegt. Er markiert alte christliche Bräuche und leitet daraus die Festlegung der zeitlichen Begrenzung der so genannten 5. Jahreszeit ab, und danach ist eben am Aschermittwoch – mit dem Beginn der österlichen Fastzeit – alles vorbei, Schluss mit Lustig. Hier gibt – wenn man so will – die christliche Kirche aus ihrer eigenen Geschichte die Vorgabe. Und daran halten sich natürlich die Narren in den christlich verwurzelten Karnevals- und Hochburgen. Zumindest meistens, aber nicht immer, wie eine genaue Recherche belegt.

Die Föderation Europäischer Narren ist hier etwas toleranter, bekennt sich zwar ausdrücklich zur Brauchtumspflege, sieht hier aber die Pflege des “bodenständigen, kulturellen und musischen Brauchtums, insbesodnere des Karnevals-, Fastnachts- und Faschingsgeschehens” im Vordergrund. Und nach dieser Sprachregelung gilt tatsächlich nicht nur der christlich-närrische “Kalender”, sondern  eben durchaus auch eine regionale Tradition. Die im Falle der Duhlendorfer mit 37 Jahren wohl abzeptiert werden müsste.

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Nun bin ich gespannt, ob sich daraus eine klassisches Ost-West-Debatte ableitet. Es gibt gerade im Osten noch weitere Vereine, die schon immer über Aschermittwoch hinaus Karnevalsveranstaltungen durchgeführt haben. Und dabei ging es überhaupt nicht immer nur – wie oft behaupten wird – um reinen Kommerz. Schon garnicht zu DDR-Zeiten. Und  gerade in Ost-Karnevals-Verein sind ja ohnehin eine Menge Leute Mitglied, die sich christlichen Traditionen nicht zwingend verpflichtet fühlen, vom Publikum hier ganz zu schweigen. Müssen die so betroffenen Ost-Narren etwa nun “zu Kreuze kriechen”?

Und was ist überhaupt mit solchen Menschen, die einder anderen Glaubensrichtung angehören, aber sich trotzdem dem närrischen Frohsinn anschließen und engagieren möchten. Gilt für eben diese Leute auch zwingend die christliche Tradition und deren närrische Brauchtumspflege.  Warum kann es hier nicht eine gewissermaßen liberale Haltung geben – dass nämlich  – ohne den Kommerz zuvorderst zu bedienen – das närrische Brauchtum regional gepflegt werden soll, aber eben der Kirchenkalender dafür nicht quasi Gesetz sein muss. Dann könnte  nämlich einigen Karnevalisten der tierisch-ernst Zoff von Funktionären erspart bleiben und der Karneval das bleiben, was er eigentlich für das Publikum sein soll – unterhaltsame Entspannung und Freizeitgestaltung… Ich räume ein, das kann man auch anders und strenger sehen…

Erleichterung: Alles Klar – alles Obama!

Veröffentlicht in Gesellschaft mit Tags , , , am 6. November 2008 von luckysultan

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Das sind jetzt so Tage, da mag man Flagge zeigen. Habe ich jedenfalls gestern gemacht und demonstrativ per Krawatte Flagge gezeigt. Genauer gesagt: meine Erleichterung, meine Zufriedenheit über den Ausgang der amerikanischen Präsidentenwahl. Es war ein richtig gutes Gefühl, demonstrativ die Krawatte umzubinden und damit ins Büro zu fahren.  Ganz viele Leute haben aufmerksam geschaut, so als hätte ich Geburtstag. Natürlich hatte ich nicht Geburtstag. Es waren die USA. Die haben sich quasi neu erfunden. Jedenfalls ist dieser Ruck riesig, einfach gut. Leicht wird das wohl nicht mit dem neuen Präsidenten, aber bestimmt besser, aufrichtiger, friedlicher – das hoffe ich jedenfalls. Alles Klar – alles Obama!

P.S. Irgendwie hatte man in der Wahlnacht das Gefühl, einen neuen Wendepunkt in der Geschichte mitzuerleben. Ein bisschen Ähnlichkeit hatte das mit 1989 beim Fall der Mauer. Obwohl nicht wirklich vergleichbar. Für mich ist der Ruck durch und für Obama auch so etwas wie ein Mauerfall – weltweit gesehen. Es ist wie nach der Wende in Deutschland: Jetzt müssen viele Mauern in viel zu vielen “Beton-Köpfen” abgebaut werden. Oh, Oh, Oh! Alles Klar? Alles Obama!…

Bauhaus-Filminstitut gegründet

Veröffentlicht in Bauhaus-Uni, Film, Kunst, Thüringen, Weimar mit Tags , , , am 19. Mai 2008 von luckysultan

Ich gebe die folgende Pressemitteilung der Bauhaus-Uni gerne hier einfach weiter: Das bewegte Film-Bild in allen seinen Erscheinungsformen ist der entscheidende Motor der kulturellen und kreativen Industrien und fordert zu intensiver wissenschaftlicher und künstlerischer Aufmerksamkeit heraus. Zur
Fokussierung ihrer bisherigen Aktivitäten im Bereich Film hat die
Bauhaus-Universität Weimar deshalb das Bauhaus Film-Institut (BFI) ins Leben gerufen. Das BFI verfolgt das Ziel, das gestalterische, wissenschaftliche und ökonomische Wissen über Film in Theorie und Praxis zu fördern und die Profilbildung der Bauhaus-Universität in einem Kernbereich maßgeblich zu unterstützen. Zugleich soll auch ein Beitrag zur Stärkung des Standorts Weimar und seiner kreativen Medienszene geleistet werden.

Das BFI wird ein Zentrum für Filmkompetenz innerhalb der Bauhaus-Universität Weimar und zugleich Ansprechpartner für Konzeption und Beratung sowie für Kooperationen mit der Film- und Fernsehbranche sein. Mit dem BFI soll eine wegweisende Förderung filmkünstlerischer und -produktiver Entwicklung sowie wissenschaftlicher Forschung erfolgen. Dazu gehört auch eine gezielte und weit reichende Verstärkung im Bereich der Filmkultur und der Filmökonomie bis hin zu Angeboten im Bereich der film- und fernsehbezogenen Bildung und Weiterbildung. Zu diesem Zweck sollen Veranstaltungen wie Tagungen und Filmfestivals sowie Film- und Fernsehproduktions- und Publikationstätigkeiten realisiert werden. Entscheidend für die Arbeit des Instituts ist bei all dem die Orientierung an internationaler Wahrnehmbarkeit und Wirksamkeit, an exzellenten Qualitätsmerkmalen und an hochrangigen Partnerinstitutionen. Langfristige Ziele sind daher auch die Etablierung eines filmbezogenen Forschungsstudiengangs in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie und die Einrichtung einer Film Business Academy in Weimar.

Das BFI ist Ergebnis einer jahrelangen konsequenten Forschungsarbeit und künstlerisch-gestalterischen Auseinandersetzung mit dem Medium Film an der Bauhaus-Universität. Aktuell gliedert sich das BFI in die Departments Filmökonomie, Filmgestaltung sowie Filmtheorie und -geschichte. An der Spitze des Instituts steht ein Direktorium, das von den Leitern der Departments gebildet wird. Bei den drei Gründungsprofessoren handelt es sich um Prof. Dr. Lorenz Engell (Filmwissenschaft), Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau (Filmökonomie) und Prof. Wolfgang Kissel (Filmgestaltung).

Prof. Dr. Lorenz Engell vertritt das Department für Filmtheorie und -geschichte. Er forscht zur Ästhetik, Logik, Historik, Semiotik der Medien; insbesondere des Films und des Fernsehens. Prof. Engell war Gründungsdekan der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität und als Professor für Medienphilosophie an dieser tätig. Gegenwärtig ist er Direktor des Internationalen Kollegs für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie und ist international für seine wissenschaftlichen Publikationen anerkannt.

Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau vertritt das Department für Filmökonomie. Er ist Professor für Marketing und Medien an der Fakultät Medien Bauhaus-Universität und Professor für Marketing an der Cass Business School der City University London. Prof. Hennig-Thurau wurden für seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen zahlreiche internationale Auszeichnungen verliehen. Er ist Mitglied der Beiräte verschiedener international führender Fachzeitschriften. Prof. Wolfgang Kissel vertritt das Department für Filmgestaltung. Er ist Professor für Medien-Ereignisse an der Fakultät Medien. Prof. Kissel hat als Autor und Regisseur für Fernsehanstalten und Filmproduktionsfirmen und als Professor für Digitales Bewegtbild gearbeitet. Er ist als Fachjuror für internationale Film- und Medienfestivals tätig und hat zahlreiche nationale und internationale Medien-Ereignisse initiiert. Er ist maßgeblich an der Entwicklung von zukunftsweisenden fernseh- und netzbasierten Broadcasting-Formaten beteiligt.

Filmpreis für “nebenan” – Kindstötung thematisiert

Veröffentlicht in Bauhaus-Uni, Ehe, Familie, Film, Gesellschaft, Medien, Thüringen, Weimar mit Tags , , , , , , , am 6. Mai 2008 von luckysultan

Der Kurzfilm “nebenan” ist mit dem Filmpreis der Deutschen Filmfestspiele (DAFF) ausgezeichnet worden. Der junge Filmemacher Wolfgang Bauer, Absolvent der Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar, hat den Streifen gemacht. Bauer ist damit Sieger beim größten und wichtigsten Festival des nichtkommerziellen Films in Deutschland. Der Film “nebenan” wurde für die Internationalen Filmfestspiele UNICA 2008 in Tunesien nominiert, wo alljährlich die besten nichtkommerziellen Filme aus aller Welt präsentiert werden.

Gedreht und produziert wurde der Film in Weimar, behandelt auf sensible Weise das Thema Kindstötung, ein Thema, das in diesen Tagen immer wieder aufrüttelt, betroffen und nachdenklich macht. Bereits 2007 feierte der Kurzfilm bei den Hofer Filmtagen Premiere. Nach einer Info der Bauhaus-Uni holte der Streifen bereits weitere Auszeichnungen, etwa den 1. Preis der Jenaer Filmthuer, den Pressesonderpreis der Zeitungsgruppe Thüringen (ZGT) und Gold beim Bundesfilmfestival in Wiesbaden.

Die Bauhaus-Uni teilt dazu in einer Presseinfo mit:
Mit dem 20-minütigen Kurzfilm erwarb Regisseur und Drehbuchautor Wolfgang Bauer 2006 sein Diplom an der Bauhaus-Universität Weimar. Betreut wurde er von dem Honorarprofessor und ehemaligen DEFA-Regisseur Günter Reisch und von Prof. Kissel. Gemeinsam mit den Kommilitonen Stefan Petermann und Yvonne Andrä, die “nebenan” produzierte, bildet er inzwischen die Weimarer Autoren-Gruppe “1meter60-film”.

Gefördert wurde der Kurzfilm neben der Bauhaus-Universität Weimar durch die Thüringer Staatskanzlei, das Thüringer Ministerium für Familie, Soziales und Gesundheit und die Thüringer Ehrenamtsstiftung.